[Rezension] Lois McMaster Bujold - Chalions Fluch

Diese Buchrezension habe ich ein wenig anders gestaltet - frei nach dem Motto "Pimp my Rezi" :D In Zukunft will ich die Bewertungen nämlich übersichtlicher schreiben, so dass ihr gleich seht, was mir besonders gut oder nicht so gut gefallen hat. Außerdem habe ich so die Möglichkeit noch mehr Spiralen einzubauen, muhaha.
Ich hoffe, euch gefällts. Viel Spaß beim Lesen :)



Verlag: Bastei-Lübbe
Seitenzahl: 749 Seiten
ISBN-13: 978-3404204861
Erscheinungstermin (Printausgabe): April 2004
Originaltitel: Curse of Chalion

Und wieder war es soweit: Die Tür sprang auf, ein strahlendes Gesicht mit aufgeregt funkelnden Augen schaut mich an und aus dem irre – nein, nicht irre – aus dem freudig lächelnden Mund schießt folgender Satz: „Hey, kennst du dieses Buch schon?“ und ehe ich antworten konnte, hatte ich Chalions Fluch in der Hand.

INHALT:

Chalions Fluch ist das zweite Fantasy-Buch der Autorin Lois McMaster Bujold, die sich normalerweise eher im Genre Science-Fiction bewegt.
Die Geschichte handelt von Lupe de Cazaril, einem ehemaligen Rudersklaven der Roknari, der sich nichts sehnlicher als einen ruhigen Lebensabend (in meiner ersten Version habe ich hier doch tatsächlich Leseabend geschrieben :D) wünscht. Doch kaum in seiner Heimat Chalion angekommen, wird er zum Lehrer der Prinzessin Iselle berufen und gerät immer tiefer in die Intrigen und Machtspiele des Adels, die sich um Chalions Thronfolge spinnen.
Dabei hört Cazaril immer wieder von dem grausamen Fluch, der angeblich auf der Königsfamilie lastet. Der ehemalige Soldat glaubt aber nicht an solche Märchen. Das sind nur Hirngespinste … oder etwa nicht?

REZENSION:

Charaktere
Lupe de Cazaril, der Protagonist dieser Geschichte, ist kein typischer Held. Er ist ein bescheidener und ruhiger Mann, der oft mit den Dämonen seiner Vergangenheit kämpft. Das hat mir sehr gut gefallen und ihn für mich sehr lebendig und glaubwürdig gemacht. Ich konnte mich gut in ihn hineinfühlen und habe schon nach wenigen Seiten mit ihm gelitten oder gefiebert.
Obwohl sich die Geschichte hauptsächlich um den ehemaligen Soldaten dreht, kommen die anderen Charaktere nie zu kurz. Jede Figur hat ihre eigenen Stärken und Schwächen und muss Hindernisse meistern, die sich letztendlich alle zu einer großen Gesamthandlung zusammenfügen.

Schreibstil
Können Sätze schön sein? Ja, das können sie. Das beweist Lois McMaster Bujold und ihr wundervolles Gespür für Sprache. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und war begeistert von ihrem beeindruckenden Wortschatz.
Obwohl es flüssig geschrieben ist, musste ich mich beim Lesen sehr konzentrieren. Ich weiß allerdings nicht, ob es an dem teils mittelalterlichen Wörtern oder meiner urlaubsreifen Verfassung lag ;)

Handlung
Die Handlung kommt leider erst ab dem zweiten Drittel richtig Fahrt - dafür hält die Spannung dann aber fast durchgehend bis zum Ende der Geschichte an. Anfangs erfährt man viel von Chalion, den Menschen und den verschiedenen Religionen. Hier hätte die Autorin für meinen Geschmack ein wenig abkürzen können. Sonst bleibt die fast schon epische Geschichte immer nachvollziehbar und ideenreich.

Cover
Darüber möchte ich eigentlich gar nicht sprechen … Sehr schlimm. Hier vergebe ich auch nur aus dem Grund drei (und nicht null) Spiralen, da das Buch immerhin schon 14 Jahre alt ist. Ich rede mir einfach ein, dass man 2001 solche Cover nicht als Verbrechen, sondern als verkaufsfördernd empfand.

Besonderheit
In Chalions Fluch erschafft die Autorin eine riesige Welt, die sehr an das Mittelalter erinnert. Dabei schildert sie die Eigenarten und Geschichten der verschiedenen Völker und Königshäuser, der Religionen und Traditionen so authentisch und detailliert, dass man beim Lesen zeitweise vergisst, dass man einen Fantasy- und keinen historischen Roman in den Händen hält.

Laut Wikipedia basiert die Geschichte vage auf dem Leben von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, die 1474 gemeinsam den kastilischen Thron in Spanien bestiegen.
Viele der Buchfiguren haben somit historische Vorbilder: Iselles Mutter Ista basiert auf Isabella von Portugal, Iselles Vater Ias auf John II. von Kastilien, Iselles Halbbruder Orico steht für Henry IV. von Kastilien und ihr Bruder Teidez für Alfonso von Asturien.
Auch geografisch hat sich die Autorin von der historischen Vergangenheit inspirieren lassen und die Karte der Iberischen Halbinsel des 15. Jahrhunderts als Vorlage für ihren Roman gewählt – lediglich spiegelverkehrt: Chalion ist Kastilien, Ibra Aragón und Valencia, das südliche Ibra ist Katalonien, Brajar Portugal und das Fürstentum der Roknari steht wohl für Al-Andalus, Darthaca und Frankreich.

FAZIT:

Ein fantastischer Roman mit einem liebenswerten Held, der eigentlich gar keiner seiner möchte und doch nie aufgibt. Die Autorin entführt durch ihren tollen Schreibstil in Chalions wundervolle Welt, aus der man irgendwann gar nicht mehr auftauchen möchte.
Absolut empfehlens- und lesenswert! Band 2, Souls of Paladin, liegt schon auf meinem Schreibtisch.

Und wieder einmal danke ich dem Schicksal, das mir diesen begeisterten Menschen mit seinem Lesetipp an die Tür geschickt hat ;)


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