[Rezension] Arthur C. Doyles - Der Hund der Baskervilles

INHALT:
 
In Dartmoor treibt ein gigantischer Geisterhund sein Unwesen. Ein Höllenhund, munkeln die Einheimischen, gekommen um alle Nachkommen der Baskervilles zur Strecke zur bringen.

Arthur Conan Doyles` „Der Hund der Baskervilles“ – das dritte Werk, das er dem eigentümlichen Detektiv Sherlock Holmes gewidmet hat – beginnt mit dem Tod des alten Sir Charles Baskerville, der leblos in der Allee seines Landsitzes gefunden wird, umgeben von den Fußspuren eines monströsen Hundes.

Sir Henry Baskerville, der letzte auffindbare Erbe aus Kanada, tritt allen Warnungen zum Trotz sein Erbe an und zieht nach Baskerville Hall, dem Familienanwesen auf dem Moor.

Dr. Mortimer, Nachbar und Freund des Verstorbenen Sir Charles, fürchtet um die Sicherheit des jungen Baskerville und wendet sich hilfesuchend an Sherlock Holmes.

Sichtlich angetan von dem mysteriösen Fall, durch andere Aufträge jedoch in London gebunden, schickt Holmes kurzerhand seinen Freund Dr. John Watson nach Baskerville Hall, um Sir Henry zu beschützen und dem Fluch auf den Grund zu gehen.

Es dauert nicht lange und Watson stößt auf so manch gefährliches Geheimnis, das wohl lieber in den Nebeln der Moore verborgen geblieben wäre.
 
REZENSION:
 
Die Geschichte ist spannend und clever erzählt.

Jede Seite hat mich tiefer in ihren Bann gezogen. Ich war hin und her gerissen – gibt es diesen Geisterhund wirklich? Oder ist es der Geniestreich eines besonders listigen Schurken?

Spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem Sir Henry Baskerville und Dr. Watson auf dem Anwesen Baskerville Hall eintreffen, habe ich das Buch nicht mehr aus den Händen gelegt.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus Watsons Sicht geschrieben ist und Holmes dadurch immer etwas unnahbar bleibt, da man nie genau weiß, was gerade in seinem schlauen Kopf vor sich geht.

Nachdem ich die letzte Seite gelesen und das Buch zugeschlagen hatte, wurden mir schlagartig zwei Dinge klar: 1. Das war sicher nicht das letzte Abenteuer, das ich mit dem berühmten Privatdetektiv erlebt habe und 2. ist der Hype um die Kunstfigur Sherlock Holmes mehr als berechtigt! Es gehört unendlich viel Können und Feingefühl dazu, jemanden wie Holmes und Dr. Watson zum Leben zu erwecken. Ich verbeuge mich tief vor so viel schriftstellerischer Fähigkeit und Menschenkenntnis.

Mit der Figur Sherlock Holmes hat Arthur Conan Doyle einen unglaublich faszinierenden Charakter auf Papier gebracht. Eigensinnig, exzentrisch und trotz allem sehr sympathisch entgeht dem scharfen Verstand des Detektivs nichts – außer der ein oder anderen zwischenmenschlichen Gepflogenheit.

Dr. John Watson, Sherlocks treuer Begleiter, ist mit seiner pragmatischen Art der perfekte Gegenpol zu Holmes rationalen, teilweise überheblich wirkenden Natur.

Obwohl die Handlung sehr gut konstruiert ist und der Leser bis zum letzten Drittel im Dunkeln tappt, hat die Geschichte, meiner Meinung nach, leider zwei kleine Schwächen: Die Landschaftsbeschreibungen fand ich stellenweise leblos und platt, so dass die visuelle Reise in die Moore von England für mich leider ausblieb. Obwohl Doyle zum Schreiben der Geschichte anscheinend extra nach Dartmoor gereist war …

Zweiter Kritikpunkt ist die Auflösung des Falls. Während sich die Handlung immer weiter zugespitzt hat, habe ich jeden Moment mit dem Paukenschlag gerechnet, der eine überraschende Wendung einläuten würde – ich wartete vergeblich. Das absehbare Ende der Geschichte hat mich ein wenig enttäuscht.
 
Nichtsdestotrotz gehört dieses Buch definitiv in die Kategorie „Sollte man unbedingt gelesen haben“. Spannend geschrieben, tolle Dialoge und wunderbare Protagonisten.

„Der Hund der Baskerville“ bekommt 5 von 5 möglichen Spiralen.
 
Kleine Anmerkung zum Schluss: Jetzt, da ich den „echten“ Sherlock Holmes kennen gelernt habe, bin ich von der BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman in den Hauptrollen umso begeisterter. Müsste das ungleiche Duo in unserer Zeit ermitteln, würde ich mir die beiden genau so vorstellen. Und damit meine ich wirklich genau so.
 
ZITAT:
 
„Er (Sherlock Holmes) […] brach in einen seiner seltenen Lachkrämpfe aus. Ich habe ihn kaum je lachen gehört, und stets ließ es nichts Gutes für jemanden ahnen.“


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